Weißes Gold: Wolfenbüttel bekommt einen einmaligen Schatz

Das Schlossmuseum Wolfenbüttel hat das Holländische Service erworben – eine äußerst seltene, vollständig erhaltene 185-teilige Porzellansammlung der Fürstenberger Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert. Jedes Stück ist ein handbemaltes Unikat, vermutlich gestaltet vom Braunschweiger Landschaftsmaler Pascha Weitsch, und zeigt holländische Küstenlandschaften. Fachleute werten das Ensemble als ein herausragendes Beispiel barocker Porzellankunst.

Der Kaufpreis von 600.000 Euro wurde durch das Land Niedersachsen, mehrere regionale und nationale Stiftungen sowie engagierte private Spender ermöglicht – darunter ausdrücklich auch die Eckensberger Stiftung, die einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung leistete. Die Geschlossenheit des Services ist eine Besonderheit, da vergleichbare Ensembles meist über die Welt verstreut sind.

Das Service kehrte nach zwei Jahrhunderten zurück in die Region, nachdem die luxemburgische Familie van Rijckevorsel – über Generationen Eigentümerin – einen würdigen öffentlichen Ort suchte. Ein luxemburgisches Museum hatte die Sammlung zuvor ungenutzt im Lager verwahrt. Historisch ist das Service den 1770er Jahren zuzuordnen; es wurde in Fürstenberg gefertigt, in Braunschweig bemalt und möglicherweise später im Umfeld Napoleons genutzt.

Nach einer Sonderausstellung in 2025 wird ab 2026 ein Teil in einer Dauerausstellung zu sehen sein.